Im Schnitt 400 Fahrgäste pro Monat

Vereinsmitglieder bauen Bürgerbus-Garage im Alten Dorf in Wallenhorst

Von Marcus Alwes

Die eifrigen Vereinsmitglieder um Marion Müssen wurden während der Bauarbeiten und des Bilanzgespräches in Alt-Wallenhorst von einer Delegation des Osnabrücker Modehauses L&T um Bernhard Fischer, Stefan Düing und Irina Luft überrascht. Das Trio überbrachte einen Spendenscheck für das Bürgerprojekt in Höhe von 2500 Euro.

Wallenhorst. Durchschnittlich 400 Menschen fahren pro Monat mit dem noch „jungen“ Bürgerbus in Wallenhorst, Halen und Wersen. Nach einem halben Jahr hat der Betreiberverein zufrieden eine erste Bilanz gezogen – und ein Bauprojekt im Alten Dorf vorgestellt.

„Das ist unsere neue Heimat“, sagt die Vorsitzende Marion Müssen beim Blick auf die fünf Meter breite, acht Meter tiefe und drei Meter hohe Garage, die in diesen Tagen auf dem Hof Heidemann in Eigenarbeit entsteht. Das Bauwerk mit Betonfundament und massiven Holzbalken ist nahezu fertig, am kommenden Wochenende soll aber noch ein mächtiges Garagentor eingebaut werden. Der Tischler Christof Trame und das Team der Reha-Klinik im Nettetal haben es angefertigt.

Der Bürgerbus-Verein Wallenhorst-Wersen selbst stecke, so Müssen, neben ehrenamtlichen Eigenarbeiten rund 4000 Euro in das Garagen-Vorhaben im Alten Dorf. Hier soll künftig der Bürgerbus ab- und untergestellt werden. „Das ist einwandfrei gebaut“, findet auch Hubert Schawe, der für „Bürgerbusler“ als eine Art Bauleiter fungiert und sich auf die ebenfalls noch im Januar anstehende Schlüsselübergabe freut. „Das Miteinander im Verein ist da“, ergänzt Schawe, „so wurde auch dieser Garagenbau möglich.“

Überhaupt lebt das Bus-Projekt, das mehrmals pro Tag zum Fahrpreis von einem Euro als Linie 515 eine stattliche Zahl an Haltestellen in den Ortsteilen Rulle, Lechtingen, Wallenhorst, Hollage sowie Halen (samt Bahnhof) und Wersen anfährt, vom Engagement ehrenamtlich aktiver Bürger. Diese lenken das Fahrzeug, sorgen aber beispielsweise auch für dessen Reinigung, die rechtzeitige Erstellung der Fahrerkalender, Schulungen, die digitale Datenerfassung rund um den Bus und dessen Nutzer, die Öffentlichkeitsarbeit oder die Pflege und Aktualisierung der Internetseite.

Dass pro Monat etwa 400 Menschen mit Bürgerbus fahren, sieht die Vereinsvorsitzende Müssen als solide Basis an, um in den kommenden Jahren zu wachsen. Einige der Kunden hätten sich zu Stammgästen entwickelt, stellt sie heraus. „Wir haben zudem Fahrgäste aus allen Altersgruppen“, fügt Dorothee Hoffmann, Müssens Mitstreiterin im Vorstand, hinzu: „Und wir freuen uns besonders, dass auch zunehmend Kinder und Jugendliche darunter sind.“ Am stärksten würden dabei die Haltestellen Wersen Rathaus, Wallenhorst Rathaus und Kirchplatz, Halen Bahnhof, Wersen Gänsehügel, Rulle Apotheke, Hollage Am Roten Hügel und Hollage Piusstraße frequentiert. Insgesamt gibt es entlang der Linie 515 stattliche 44 Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten.

Um das Bürgerbus-Angebot finanziell noch breiter aufstellen zu können, will Müssen die neue Landrätin des Kreises Osnabrück, Anna Kebschull (Bündnis 90/Grüne), gezielt ansprechen und zu Fördermöglichkeiten befragen. Schließlich habe diese den Öffentlichen Personennahverkehr zu einem ihrer inhaltlichen Schwerpunkte erklärt. Müssen überraschte zudem ihre Vorstandskollegen Hoffmann, Schawe, Heiner Fiedeldey und Peter Klingelhöfer beim Bilanz-Gespräch, als sie eine Delegation des Osnabrücker Modehauses L&T zur Garagen-Baustelle mitbrachte. Das Trio Bernhard Fischer, Irina Luft und Stefan Düing hatte dabei einen Spendenscheck in Höhe von 2500 Euro in der Tasche, um die Aktionen des Bürgerbus-Vereins zu fördern.

Bei Hubert Schawe jedenfalls sorgte das sichtlich für große Freude. „Wir wünschen uns weitere Unterstützer“, rief er. Dorothee Hoffmann packte unterdessen spontan ihr Handy aus und demonstrierte vor den Gästen ihren Klingelton – das im vergangenen Herbst komponierte und veröffentlichte Bürgerbus-Lied.

Fotos: Marcus Alwes