Vertrag mit Weser-Ems-Bus unterzeichnet

Von Volker Poerschke

Wallenhorst. Ein weiterer Riesenschritt zur Verwirklichung des Bürgerbusprojekts zwischen Wallenhorst und Wersen ist getan: Am Mittwoch unterzeichnete die Bürgerbusinitiative einen Vertrag mit Weser-Ems-Bus im Wallenhorster Rathaus.

Mit dem Vertrag sind alle bislang besprochenen Regelungen nun schriftlich fixiert: Fahrzeug, Ausstattung, Schulung der Fahrer, Ersatzfahrzeuge, Streckenführung, alle Rechte und Pflichten von Bürgerbusverein und Konzessionsgeber Weser-Ems-Bus GmbH. 

Betriebsgrundlage steht

Auch der „Inseltarif“ in Höhe von einem Euro im Tarifgebiet der betroffenen Verkehrsbetriebe in Osnabrück (VOS) und Regionalverkehr Münsterland (RVM) ist jetzt festgeschrieben. „Selbstverständlich erkennen wir die Tarife an“, sagt Marion Müssen, 1. Vorsitzende des Bürgerbusvereins Wallenhorst-Wersen. „Das heißt, jeder der ein VOS- oder RVM-Ticket gelöst hat, wird auch von uns befördert und muss nicht noch einmal einen Euro bezahlen.“ Der Vertrag werde nun nochmals gegengelesen und dann an die Landesnahverkehrsgesellschaft als Genehmigungsbehörde und Förderstelle für Bürgerbusse weitergeleitet, erklärt Jörg Schneider, zuständiger Niederlassungsleiter von Weser-Ems-Bus. „Damit ist neben der rechtlichen Grundlage des Bürgerbusvereins als Träger, nun auch die Grundlage für den Betrieb der Bürgerbuslinie zwischen Wallenhorst und Wersen geschaffen.“

Die Anschubfinanzierung steht, die laufenden Kosten für die Vereinsarbeit – Ausbildung der Fahrer, Gesundheitsprüfung, Öffentlichkeitsarbeit, Organisation – werden vom Land NRW mit 7500 Euro jährlich gefördert. Der Betrieb wird entsprechend der Streckenanteile von der Gemeinde Lotte mit 2000 Euro jährlich (20 Prozent) und 7500 Euro (80 Prozent) von der Gemeinde Wallenhorst getragen. Das entspricht den erwarteten Kosten für Versicherung, Kraftstoff (Diesel), Wartungs- und Reparaturarbeiten.

Der Wunsch nach einer besseren Busverbindung der Wallenhorster Ortsteile untereinander und dem Bahnhof in Halen ist nicht neu. Bereits 2012 gab es Bestrebungen, eine feste Buslinie von Wallenhorst über Halen, Wersen und Büren nach Osnabrück zu etablieren. Die CDU-Ortsverbände hatten bereits Probefahrten auf einer solchen LinieO organisiert. Anträge, Gespräche für das ÖPNV-Projekt mit den zuständigen Verkehrsbetrieben aufzunehmen, lagen den Gemeinderäten vor. Umgesetzt wurde von den Ideen nichts. Zu geringes Fahrgastaufkommen, preislich nicht darstellbar, als länderübergreifendes Projekt zu viele bürokratische Hürden und am Bahnhof in Halen nicht genügend Wendeplatz für große Linienbusse – die Buslinie schien erledigt.

Halen und Wersen mit anbinden

Bis sich die UWG in Wallenhorst erneut des Themas annahm. „Wir wollten die abgelegenen Orte Ost-Rulle, Gruthügel und Brockhausen besser ans Zentrum anbinden“, sagt Marion Müssen, die für die UWG im Gemeinderat sitzt. Bei einer Bürgerumfrage kam zusätzlich der Wunsch auf, den Nordwestbahn-Haltepunkt in Halen mit aufzunehmen. „Der Bahnhof in Halen ist ein schnell erreichbarer Mobilitätsknotenpunkt in Richtung Osnabrück und Bremen“, sagt Müssen. „Das hat uns überzeugt.“ In der Gemeinde Lotte kam der Wunsch auf, die Linie bis nach Wersen zu verlängern. „Zwischen Halen und Wersen gibt es außerhalb des Schulbusverkehrs lediglich ein Anruftaxi“, sagt Müssen. „Die Einwohner profitieren also deutlich von der neuen Bürgerbusverbindung, die dazu auch noch auf den Zugverkehr am Bahnhof Halen abgestimmt ist“, meint die Bürgerbusvereinsvorsitzende.

Quelle: NOZ