Neue Osnabrücker Zeitung 05.05.2018

VEREIN TREIBT BUSLINIE VORAN
Bürgerbus Wallenhorst –Wersen: Streckenentwurf steht

Von Christina Halbach
Wallenhorst. Die Planungen für eine Bürgerbuslinie zwischen Wallenhorst und Wersen nehmen konkrete Formen an. Der Verein hat einen ersten Streckenentwurf ausgearbeitet und ein Fahrzeug ins Auge gefasst. Beides stellten die Arbeitskreise in der jüngsten Sitzung des Vereins vor, der im März gegründet wurde.

 

In Eigenregie haben die Aktiven seitdem Streckenvarianten unter die Lupe genommen, die Außenbereiche im Gemeindegebiet und den Bahnhof im nordrhein-westfälischen Halen anbinden soll. Dabei herausgekommen ist eine Route, die am Ostenort in Rulle ihren Anfang nimmt und sich über die Ortsteile Rulle-Zentrum, Lechtingen, Wallenhorst, Hollage und den vorderen Bereich von Brockhausen bis zum Rathaus in Wersen erstreckt, um von dort auf dem selben Weg wieder die Rückfahrt zum Ausgangspunkt in Rulle-Ost anzutreten.Gestartet würde um 7:35 Uhr, der letzte Bus um 17:35 Uhr rollen. Insgesamt sechs solcher Fahrten könnte die Bürgerbuslinie im Zwei-Stunden-Takt pro Tag anbieten. Der Grund: Rund 52 Kilometer würde der Bürgerbus zurücklegen und dafür 48 Minuten benötigen. Da sieben Minuten Pause für einen Halt am Rathaus in Wersen zur Verfügung stehen sollen, hätte der Bus am Ende rund 103 Minuten Fahrzeit auf der Uhr. „Ein Ein-Stunden-Takt ist nicht möglich, wenn Außenbezirke und Halen angebunden sind“, erläuterte Svenja Hoffmann.
Dieses Ziel konnte die Bürgerbus-Initiative nicht ganz umsetzen: So sieht der Entwurf vor, dass der Bus nach seiner Fahrt durch das Ruller Zentrum über den Haupthügel auf die Straße „Am Gruthügel“ gelangt und – ohne einen Schlenker durch die Siedlung – über die Osnabrücker Straße weiter Richtung Lechtingen-Zentrum fährt. Das befriedigte eine Anwohnerin nicht: „Wofür habe ich die ganze Zeit gekämpft? Dass am Gruthügel nur die Haltestelle da ist, die immer schon da war?“, fragte Monika Strunk. Hoffmann und Müssen zeigten Verständnis und sicherten eine Prüfung zu, stünde doch bei einem Zwei-Stunden-Takt 17 Minuten Puffer für einen Abstecher über den Gruthügel zur Verfügung. Zu viel versprechen wollten sie angesichts der engen Straßenverhältnisse nicht: „Mit dem PKW muss ich manche Kurven um parkende Autos drehen“, merkte Müssen an. Ein Bus hätte noch größere Probleme. Auch Josef Brockmeyer, der den Verein für die PlaNOS (Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück) berät, bremste die Erwartungen und betonte: „Jeder Schlenker vergrault auch Kunden.“
Beim Fahrzeug, das demnächst acht Fahrgäste und einen Rollstuhlfahrer aufnehmen soll, ist die Wahl auf einen Fiat Ducato Shuttle mit Mittelniederflurbereich gefallen, der damit Konkurrenten anderer namhafter Firmen ausgestochen habe, erläuterte Alexander Schröder vom Arbeitskreis „Fahrzeug“: „Der bietet mehr Platz. Außerdem ist die Einfahrt für Rollstühle größer.“ Bestellt werde der Wagen als Serienfahrgestell und dann, erläuterte Mitstreiter Paul Kühnel weiter, nach den Bedürfnissen des Bürgerbusvereins umgebaut. 90.000 Euro plus Extras wie zum Beispiel eine Innenwerbefläche, müssten für ein solches Fahrzeug kalkuliert werden.
Dafür muss der Verein nun zeitnah die Finanzierung sicherstellen. Müssen will dafür die beteiligten Gemeinden Wallenhorst und Lotte ins Boot nehmen und in den nächsten Gremiensitzungen die entsprechende Anträge auf anteilige Förderung von Wagen und Verein stellen. Februar 2019 soll die Buslinie die Fahrt aufnehmen.

Quelle: NOZ