Bürgerbus verbindet Budendörfer in Wersen und Wallenhorst

Sonderfahrten zu Weihnachtsmärkten

Am ersten Adventswochenende wurden zahlreiche Weihnachtsmärkte in der Region zum geselligen Treffpunkt vieler Leute. Eine Besonderheit gab es in Wersen und Wallenhorst: Länderübergreifend pendelte der Bürgerbus am Samstag und am Sonntag zwischen den Orten in Westfalen und Niedersachsen, um reisenden Gästen die Möglichkeit zu geben, beide Budendörfer zu besuchen.

Von Erna Berg

Sonntag, 01.12.2019

Die mobile Idee dazu war Marion Müssen, Vorsitzende des Vereins, auf ihrem gemütlichen Sofa gekommen, erzählte sie. „Die direkte Fahrt von Weihnachtsmarkt zu Weihnachtsmarkt sollte beide Orte verbinden und den Besuch beider Feste ermöglichen.“

Schnell hatte sie zwei Fahrerinnen und einen Fahrer mit im Team: „Heute teilen Antje Schulte-Silberkuhl und ich die sechs Stunden, Sonntag Margarete Lohmann und Klaus Schmitz aus Halen. „Der Klaus macht seine Jungfernfahrt mit dem Bürgerbus, denn er hält den Personenbeförderungsschein erst wenige Tage in der Hand.“ Von Anfang an war Antje Schulte-Silberkuhl im Bürgerbus-Verein. In ihrem Berufsleben steuerte sie einen richtig großen Linienbus und hatte eigentlich daran gedacht, aufzuhören mit dem Stress im nervenden Straßenverkehr. Doch sie hatte drei gute Gründe weiterzumachen: Ein Ehrenamt auszuüben, ihren Spaß weiterhin zu haben und dabei das Fahren nicht zu verlernen.

Um 16 Uhr startete die Fahrerin am Samstag in Wallenhorst. Der Bus war so voll, dass Marion Müssens große Familie keinen Platz mehr fand und mit zwei Autos hinterher fuhr. Begeistert und freudestrahlend kam sie trotzdem nach Wersen, herzlich begrüßt von den Vereinskollegen Bärbel Köhler und Diedrich Hesse und dem Vorsitzenden der IG Wersen, Torsten Schulz. Hesse und Köhler hatten im Rathaus einen Informationsstand aufgebaut, der großes Interesse weckte.

Eilig verließen die Gäste den Bus, unter ihnen Ursula Istel und ihr Ehemann. „Ich bin im Galopp gelaufen, habe aber trotzdem einen schönen kurzen Bummel gemacht und alles gesehen“, erzählte sie anschließend. Es blieb eben nur eine Viertelstunde, es sei denn, man nahm den übernächsten Bus.

Schön warm war es drinnen im Bus. Durch festlich erleuchtete Straßen in Wersen und in Wallenhorst chauffierte die Fahrerin die entspannten Gäste. Die Weihnachtsmärkte erstrahlten mit unzähligen Lichtern an diesem dunklen, kalten Novemberabend, ein perfektes und erwünschtes Wetter.

Viele Menschen waren auf den Märkten unterwegs zum Bummeln und im Dienst für die Besucher. Ein freundliches Team der Katholischen Arbeitnehmerbewegung St. Alexander sorgte dafür, dass die vielen Leute auch genug Currywürstchen zu essen bekamen. „Der Erlös geht an das KAB Weltnotwerk“, erklärte Petra Mittmann und zeigte auf die Informationstafeln zur Bewegung der Wallenhorster.

Zeit, wieder nach Wersen zu fahren. Diesmal befördert Antje Schulte-Silberkuhl ihre zwei Enkeltöchter Lara (17) und Julia (16) zum westfälischen Weihnachtsmarkt, während deren Mama in Wallenhorst Pizza verkaufte. Ein kurzer Aufenthalt in Wersen, wo die Mädels eine schöne Töpferfigur in den Auslagen von Sylvia Gewohn fanden, die nicht nur ihnen Freude machte, sondern deren Hälfte der Herstellungskosten an die Deutsche Kinderkrebshilfe geht.

Es stiegen weitere Rückkehrer zu. Unter ihnen vier von Marion Müssens fröhlichen Enkelkindern, die mit dem Auto angereist waren und sich jetzt auf eine tolle Busfahrt freuten. Auch Liesel Timmermann stieg mit ihrem Mann ein und lobte die Sonderfahrten des Bürgerbusvereins: „Ich finde das ganz toll, dass es diese Möglichkeit zum Austausch gibt!“

Die letzte Fahrt nach Wersen endete an diesem Tag um 21 Uhr, um 21.30 Uhr ging es zurück ins Wallenhorster Quartier, wo Marion Müssen am nächsten Morgen die Scheiben erst einmal eisfrei kratzen musste. Insgesamt chauffierten die beiden Fahrerinnen am Samstag 43 Gäste im Bürgerbus, die letzten konnten an diesem Tag um 21.30 zurück nach Niedersachsen fahren.

Für den 25. Wersener Weihnachtsmarkt wollen sich Torsten Schulz und Marion Müssen überlegen, was man verbessern kann. „Es war ein guter Anfang, und ich bin ganz positiv gestimmt, dass auch der Adventssonntag gut laufen wird“, freute sich Marion Müssen auf die verbindenden Sonderfahrten des Bürgerbusses zwischen den Weihnachtsmärkten.