Bessere Erschließung von Halen

Test: Bürgerbus soll auf Lotter Rathausplatz wenden

Von Angelika Hitzke

 

Lotte. Der Lotter Verkehrs- und Umweltausschuss begrüßt die Pläne des Bürgerbusvereins Wallenhorst-Wersen, die Linienführung in Halen und Wersen bedarfsgerecht anzupassen und eine weitere Haltestelle am Markant-Markt in Wersen zu beantragen.

Wie die Vereinsvorsitzende Marion Müssen erläuterte, haben bis zum 31. Oktober schon 1515 Fahrgäste den seit Mitte Juni von derzeit 20 ehrenamtlichen Fahrern in zwei Tagesschichten bedienten Bürgerbus von Wallenhorst nach Wersen und umgekehrt genutzt. Und das seien keineswegs nur die ursprünglich anvisierten Senioren, sondern auch viele Kinder, Jugendliche und Mütter oder Väter mit Kinderwagen, betonte sie.

Taktverkehr: Maßgeblich dafür, dass die Linie genutzt werde, sei ein fester Taktverkehr auf der mit 27 Kilometern ziemlich langen Strecke. Da Fahrgäste immer wieder den Wunsch geäußert hätten, die Mittagslücke zwischen 12 und 14 Uhr zu schließen, eine Haltestelle am einzigen Lebensmittelmarkt in Wersen einzurichten, damit man die Einkaufstaschen nicht bis zum Rathausplatz schleppen muss, und den Ortsteil Halen über die Haltestelle am Bahnhof hinaus anzubinden, erfordere dieses ein zusätzliches Zeitpotenzial.

Zeitersparnis: Deshalb habe der Verein die Linienführung aus den Erfahrungen der Praxis heraus überarbeitet und bitte darum, dem Bürgerbus probeweise eine Wende auf dem Rathausplatz statt am Schulzentrum Wersen zu ermöglichen. Dort würden Außen- und Innenring durch Poller getrennt. Wenn man drei dieser Poller heraus nehmen würde, wäre eine Durchfahrt kostenneutral für die Gemeinde Lotte möglich. Das, so schrieb Müssen auch in ihrem Antrag an die Gemeinde, wäre für die Ladengeschäfte mit Sicherheit ebenso von Vorteil wie für viele Kunden, die nicht so gut zu Fuß sind. Und dem Bürgerbus erspare es die Zeit, die er jetzt bis zum Schulzentrum und zurück brauche.

Zusätzliche Haltestellen: Um die bestehende Route zu optimieren, würde der Verein gern eine weitere Haltestelle am Markant-Markt beantragen und vier weitere Haltepunkte in Halen anfahren: Denkbar wäre statt der jetzigen Wende auf dem Platz hinter der Alten Schule und Turnhalle eine Linienführung über die Straße Zum Tiefen Reck (Haltepunkt Im Sande)  bis zum Schanzenweg (Haltestelle Hünenweg) und den Oberseester Weg zurück zum Niederseester Weg.  Dafür, auch sagte Müssen, würden aber andere Haltepunkte an anderen Orten wegfallen müssen, um die Fahrzeit un den Takt einhalten zu können.

Vernetzung sinnvoll: „Entscheidend für uns ist die Wende am Rathausplatz statt am Schulzentrum. Mit der dort eingesparten Zeit können wir Halen besser erschließen“, betonte die Vereinsvorsitzende. Auch in Lotte gebe es noch Bereiche, die eventuell über einen zweiten Bürgerbusverein noch zu erschließen seien. Ein Netz von Bürgerbussen, auch nach Westerkappeln, sei sinnvoll: „Da ist noch Luft nach oben.“

Mehr Unterstützung nötig: Enttäuscht zeigte sie sich von der tatsächlichen Unterstützung insbesondere bei der Anschub-Finanzierung, da bisher nur ein Teil der zugesagten Mittel geflossen seien –  und das auch erst nach dem Vorlegen von Kostennachweisen. „Ich bin davon ausgegangen, dass beide Räte das Projekt unterstützen beim Anschub. Für mich war das eine Vorschubleistung, die hat nicht stattgefunden. Wir mussten in Vorleistung gehen, um die Gesundheitsprüfung der Fahrer und die Werbung zu bezahlen“, sagte Marion Müssen und unterstrich: „Wir hätten intensivere Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit gebraucht.“

Bedenken nur bei der FDP: Bürgermeister Rainer Lammers versicherte, dass Lotte den Bürgerbusverein natürlich unterstützen wolle. Das geschehe in enger Abstimmung mit der Gemeinde Wallenhorst: „Da müssen wir mal gucken, wie wir die weitere Finanzierung auffangen.“ SPD, CDU und Grüne äußerten „Hochachtung“ vor dem Engagement und lobte die Pläne als eine „Supersache“. Lediglich Friedhelm Pösse (FDP) warnte vor zu viel Euphorie, verwies auf Sicherheitsbedenken bei einer Haltestelle am Markant-Markt und hielt auch die Wende auf dem Rathausplatz wegen des Wegfalls von einigen der seiner Meinung nach jetzt schon zu wenigen Parkplätze für problematisch. Deshalb enthielt er sich der Stimme, während alle anderen dafür votierten, den Vorschlägen des Vereins zu folgen.