Von Christina Halbach

Wallenhorst. Erfolg für den Bürgerbusverein Wallenhorst-Wersen auf ganzer Linie: Der Ausschuss für Bürgerservice und Soziales stimmte in seiner jüngsten Sitzung einhellig dafür, dass die Gemeinde Einrichtung und Betrieb der geplanten Bürgerbuslinie einmalig mit 18.000 Euro und jährlich mit 7.500 Euro bezuschusst.

 

Der Vorsitzende des Bürgerbusvereins Marion Müssen war die Freude über die Entscheidung des Gremiums anzumerken: „Ich bin so erleichtert. Das ist ein wichtiger Schritt“, erklärte sie strahlend. Zwar habe sich in Gesprächen eine Mehrheit herauskristallisiert, aber wie ein Ausschuss letztlich entscheidet, könne man nie genau vorhersagen. Über ein Jahr haben Müssen und ihre Mitstreiter Informationen eingeholt, Gespräche geführt und Öffentlichkeitsarbeit betrieben, jetzt kann der im März gegründete Verein, eine gleichlautende Entscheidung des Rates am 13. Juni vorausgesetzt, konkret mit folgenden Finanzhilfen für Einrichtung und Betrieb der Bürgerbuslinie rechnen: Einen einmaligen Zuschuss von 12.000 Euro zur Kostendeckung für die Anschaffung eines Fahrzeugs,  einen weiteren Zuschuss von 6000 Euro als „weitere Anschubfinanzierung“ sowie einen jährlichen Zuschuss von 7500 Euro für den laufenden Betrieb.

Ehrenamtliches Engagement  gelobt

Fraktionsübergreifend hatten zuvor die Ausschussmitglieder das Projekt und das ehrenamtliche Engagement  gelobt: „Diese Eigeninitiative verdient unsere Anerkennung“, erklärte UWG-Ratsherr Stefan Düing, der den Bürgerbus als Erfolgsmodell betrachtet: „Überall, wo er eingesetzt ist, funktioniert es.“ Außerdem: Die Finanzhilfen der Gemeinde für den Betrieb einer Bürgerbuslinie fielen gering angesichts der 380.000 Euro aus, die die Gemeinde jährlich für den ÖPNV aufwendet. Düing beantragte überdies, den jährlichen Zuschuss auf 7.500 Euro zu erhöhen; die Verwaltung hatte die Betriebskosten wie etwa Kraftstoffverbrauch, Wartung und Reparaturen in ihrem Beschlussvorschlag auf 6.400 Euro festgesetzt. Dann stehe dem Verein ein komfortablerer Puffer zur Verfügung. Dem schlossen sich die anderen Fraktionen an. Das sei letztlich nur für den Fall, dass unerwartete Mehrkosten auftreten, erklärte Claudia Burs (SPD/FDP-Fraktion): „Wir sind uns sicher, dass der Bürgerbus bald schwarze Zahlen schreiben wird.“ Auch die CDU-Fraktion unterstützt den Bürgerbus, hat aber an bestimmten Stellen „Bauchschmerzen“: „Was machen wir, wenn an den Haltestellen ein paar mehr stehen?“ fragte Alfred Lindner und regte einen Probelauf an. Bürgermeister Otto Steinkamp verhehlte nicht, das Projekt Bürgerbus anfänglich mit einer gewissen Skepsis betrachtet zu haben. Mit der länderübergreifenden Kooperation zwischen den Gemeinden Lotte und Wallenhorst sei jedoch „eine intelligente Lösung“ gefunden. An den Verein gerichtet, erklärte er: „Ich drück ihnen ganz doll die Daumen, dass sich sich aktive Phase so abbildet, wie sie sich das vorgestellt haben.“

Lotter Rat entscheidet im Juli

Der Verein hat ebenfalls Zuschüsse bei der Gemeinde Lotte beantragt, weil der Bürgerbus länderübergreifend auch die Lotter Ortsteile Halen und Wersen anfahren soll. Darüber wird der Lotter Rat im Juli entscheiden. In der NRW-Gemeinde werde das Projekt, berichtete Müssen, durchaus mit Wohlwollen betrachtet. Liegen beiden Zusagen vor, kann der Verein Anträge auf weitere Förderung des Fahrzeugs bei der Landesnahverkehrsgesellschaft Hannover und Bezirksregierung Münster stellen. Grundlage der Finanzplanung ist ein neunsitziger Niederflurbus vom Typ eines Fiat Ducato Shuttle, der mit 95.000 Euro kalkuliert ist und von einem Unternehmen in Thüringen gebaut wird. Mit einer Lieferung ist jedoch erst in acht Monaten zu rechnen, so dass der Bürgerbus frühestens im März/April 2019 rollen wird. Ein vorläufiger Streckenplan sieht vor, dass der Bus im Zwei-Stunden-Takt am Ostenort in Rulle starten und über die Ortsteille Rulle-Zentrum, Lechtingen, Wallenhorst, Hollage und den vorderen Bereich von Brockhausen über den Bahnhof Halen bis zum Rathaus in Wersen fahren und dann auf dem selben Weg wieder zurückkehren soll.

Quelle: NOZ