Trägerverein dreht Film 

Wallenhorst. Der Verein „Bürgerbus Wallenhorst – Wersen“ hat am Wochenende einen Film gedreht, um über die Fahrtroute zu informieren.

„Ich glaube, es gibt nur zwei Wallenhorster, die Marion Müssen nicht involviert hat“, scherzt Kameramann Hans-Werber Jastram während der Fahrt. Er ist seit vielen Jahren zusammen mit Walter Frey im Video-Club. Gemeinsam haben die sich bereit erklärt, die Dreharbeiten zu übernehmen und das Material zu einem Film zusammenzuschneiden. Doch sie sind nicht die einzigen, die an diesem Samstag parat stehen, um dem Projekt zum Erfolg zu verhelfen. Neben den Bürgermeistern aus Wallenhorst und Lotte, Otto Steinkamp und Rainer Lammers hat Marion Müssen als Vereinsvorsitzende zahlreiche Statisten auf den Plan gerufen. Auch Ehemann Gerhard sowie Enkeltochter Melanie und Enkelin Aria machen mit oder helfen im Hintergrund.

Müssen ist als Ratsfrau bestens vernetzt. Sie hat es sogar geschafft, Petra Tepe zu den Dreharbeiten heranzuziehen. Tepe ist erst in der Nacht um 2.30 Uhr aus dem Urlaub gekommen und steht pünktlich parat, als der Bürgerbus die Station fast direkt vor ihrer Haustür ansteuert. 32 Jahre hat sie im Wallenhorster Rathaus gearbeitet. Seit 2018 leitet sie die Stabsstelle des Bürgermeisters in Lotte und ist seine Allgemeine Vertreterin. Als Lammers zur Haltestelle am Bahnhof Halen kommt, gibt es deshalb eine Menge zu besprechen. Tepe könnte ab April 2019 direkt von zuhause mit dem Bürgerbus bis zum Rathaus in Wersen fahren. Da der Bürgerbus nur zweimal am Vormittag und zweimal am Nachmittag fahren wird, bleibt zweifelhaft, ob sich das mit ihren Arbeitszeiten vereinbaren ließe. Trotzdem gehört sie zu den glühenden Verfechterinnen des Bürgerbusses.

Denn anders als die meisten bestehenden Nahverkehrslinien, soll der Bürgerbus nicht nur die Landesgrenze zwischen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen überqueren, sondern vor allem benachbarte Ortsteile miteinander verbinden, die bislang mit dem öffentlichen Personennahverkehr kaum oder nur sehr schwer zu erreichen sind. Auch der Verein selbst ist länderübergreifend organisiert. Diedrich Hesse ist Vorstandsmitglied und steigt in Halen zu. Er gehört zum Vorstand. Hier in Lotte hat der Bürgerbus-Verein auch seinen Sitz. Die Ursprünge liegen allerdings im Wallenhorster Ortsteil Rulle. Dort von Ostenort soll die Fahrtroute über Gruthügel, Wallenhorster Rathaus, Hollage, durch zahlreiche Wohngebiete über die Landesgrenze bis nach Wersen führen. Über Nebenstrecken und Umwege durch Siedlungen summiert sich die Strecke auf 28 Kilometer.

Obwohl die Fahrt für Erwachsene nur einen Euro und für Kinder 50 Cent kosten soll, sollen bestimmte Bahntickets anerkannt werden. Schwerbehinderte mit einem G im Ausweis sowie notwendige Begleitpersonen dürfen den Bürgerbus kostenlos nutzen. Die Zahl der Mitreisenden ist auf acht beschränkt. Dennoch hofft Bürgermeister Steinkamp auf regen Zulauf. Er sieht in dem Bürgerbus einen wichtigen Beitrag, die Leute zum Umstieg vom Auto auf den Bus zu bewegen.“ Steinkamp ist vor allem dankbar, dass der Verein trotz anfänglicher Schwierigkeiten das Projekt „hartnäckig und ehrenamtlich, aber hoch professionell“ vorangetrieben hat.

Dazu gehört jetzt auch der Informations- und Imagefilm. Der soll bis zum Wallenhorster Weihnachtsmarkt fertig sein und unter anderem dort an einem Stand des Vereins gezeigt werden. Auch Lottes Bürgermeister Lammers wünscht sich, dass „die Bürger das annehmen und das Projekt mit Leben gefüllt wird.“

Quelle: NOZ Andreas Wenk